Digital Musics & Sound Art

'BETWEEN | YOU | AND | ME'

Preis: Anerkennung - Honorary Mentions



KünstlerInnen:
Anke Eckardt (DE)

Adresse (URL):
http://www.ankeeckardt.org

Cyberarts 2012 - International Compendium Prix Ars Electronica 2012

BETWEEN | YOU | AND | ME ist eine Wand von Sound und Licht. Wie jede andere Wand auch definiert sie einen architektonischen Raum, ist jedoch nur wahrzunehmen, wenn der Besucher sich ihr nähert und mit ihr interagiert. Zwei dünne Lichtmembranen bilden einen sichtbaren Rahmen, der mit Klang gefüllt ist. Über extrem gerichtete Lautsprecher sind Klangtexturen zerbrechenden Glases zu hören: eine Klangarchitektur innerhalb der Wand, bestehend aus sechs überlagerten, einzelnen Schallbündeln, deren Konstellation sich je nach der Position des Besuchers verändert. Aus einer gewissen Distanz betrachtet, löst sich die Wand auf: Transparenz und das Verhallen der Töne verweisen auf ihre Immaterialität.

Im Unterschied zu Stein- oder Betonwänden und zu den immateriellen Barrieren in der gesellschaftlichen oder politischen Realität kann die Abgrenzung hier überwunden werden. Die Installation lädt den Besucher ein, mit scheinbar zweidimensionalen Lichtmembranen zu spielen, sie mit dem ganzen Körper oder einzelnen Körperteilen zu überschreiten oder zu durchbrechen, zu beobachten, wie der Körper vom Licht zerschnitten wird und in die Wand eintaucht, wodurch eine veränderte Selbst- und Fremdwahrnehmung bewirkt wird.

Akustisch ist es eine Wand aus Glas. Das gesamte Klangmaterial wurde von der Künstlerin selbst aufgenommen. Mit einer Axt zerschlug sie systematisch Christbaumkugeln, Spiegel und den gesamten Gläserbestand eines aufgelassenen Restaurants. Mit dreidirektionalen Mikrophonen nahm sie das Zerbrechen, den Aufschlag und das Zersplittern des Glases auf und arrangierte die Klänge in einer Sechs-Kanal-Komposition.

Klang förmlich wie eine Skulptur zu modellieren, das ist die Grundidee, die Anke Eckardt zu ihrer Installation inspirierte. Die Hypersonic-Lautsprecher dieser Installation haben einen unnatürlichen Abstrahlwinkel von nur drei Grad und verwenden Ultraschall von 100 kHz als Trägerfrequenz für das Endsignal. Die Technologie wurde ursprünglich vom Militär für die psychologische Kriegsführung entwickelt. Die Polizei setzt sie weltweit zur Kontrolle von Menschenmengen ein, etwa 2012 bei den Demonstrationen in Senegal.

Credits:
Realised by means of The Artist-in-Residence grant of the Saxon State Ministry for Higher Education, Research and the Fine Arts 2011 which is awarded in co-operation with City of Dresden and, co-funded by CULTURE PROGRAMME (2007-2013) in framework of European networking- and co-operation project E.C.A.S - Networking Tomorrow's Art For An Unknown Future.