Digital Musics & Sound Art

What does it matter how many lovers you have if none of them gives you the universe

Preis: Anerkennung - Honorary Mentions



KünstlerInnen:
Bjørn Erik Haugen (NO)

Adresse (URL):
http://bjornerikhaugen.com/Websted/What_does_it_matter_how_many_lovers_you_have_if_none_of_them_gives_you_the_universe.html

Cyberarts 2012 - International Compendium Prix Ars Electronica 2012

Was zählt denn, wie viel Geliebte man hat, wenn keiner einem die Welt schenkt. (Jacques Lacan)

Dieses Projekt basiert auf der Transkription einer Vorlesung des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacan für mechanisches Klavier. Die Reaktionen des Publikums während der Vorlesung werden von einem Gitarrenverstärker wiedergegeben. Das Video der Vorlesung wird mit einem Videoprojektor projiziert.

Lacan wird während der Vorlesung, in der er über die Sprache als Grundlage unseres Weltbezugs spricht, plötzlich von einem Studenten unterbrochen, der Mehl und Wasser auf seine Notizen schüttet. Damit wird Teil II des Stücks eingeleitet, in dem es um Gesellschaftsprotest geht. Der Student ist ein von Guy Debord inspirierter Situationist. Die beiden beginnen zu diskutieren, bis der Student plötzlich auf Lacan zugeht, seine Krawatte anschüttet und aus dem Saal geführt wird. Lacan beginnt nun über die Ansichten des Protestlers über Menschheit und Gesellschaft, Revolution und Liebe zu sprechen.

Sowohl Lacan als auch Debord spielen eine zentrale Rolle im Kunstdiskurs. In diesem Video prallen ihre gesellschaftlichen Ansichten aufeinander. Die Vorlesung fand 1971 statt. Das Happening ist stark vom Kontext, der Studentenrevolte in Frankreich in den späten Sechzigerjahren, geprägt, das Wort „Revolution“ fällt häufig in dieser Diskussion.

Die Wahl des Klaviers als Instrument ist sowohl als Kritik als auch Hommage an Lacan und anderen postmodernen Denkern gedacht, die anfangs Theorien entwickelten, die unsere Welterfahrung revolutionierten und veränderten, bis sie schließlich als virtuose theoretische Performer endeten.

Credits: