Interactive Art

It's a jungle in here

Preis: Auszeichnung - Award of Distinction



KünstlerInnen:
Isobel Knowles (AU), Van Sowerwine with Matthew Gingold (AU)

Adresse (URL):
http://www.isobelandvan.com/jungle, http://www.vimeo.com/isobelandvan/jungle

Cyberarts 2012 - International Compendium Prix Ars Electronica 2012

Wie würden Sie reagieren, wenn sich jemand daneben benimmt oder aggressiv wird? Gehen Sie darüber hinweg, oder protestieren Sie und greifen Sie ein? Das ist die Frage, die die interaktive Installation It’s a jungle in here aufwirft. Sie setzt zwei Personen einer simulierten Situation aus und lässt sie auf eine Reihe zunehmend verstörender Begegnungen reagieren. 

Die Teilnehmer nehmen an einer verschnörkelten, hölzernen Schaubude Platz, setzen Kopfhörer auf und stecken ihre Köpfe durch zwei Löcher. Auf einem Bildschirm im Inneren der Bude sehen sie einen Stop-Motion-Trickfilm mit Papierfiguren, der in einem Vorstadtzug spielt. Zwei der Figuren tragen die mit einer Webcam aufgenommen Gesichter der beiden Teilnehmer. 

Es werden drei verschiedene Geschichten erzählt, wobei die Rolle des Opfers bzw. Angreifers jeweils mit den beiden Personen besetzt wird. Im Verlauf der Geschichten wird die durch die User-Interaktion vorangetriebene Handlung immer aggressiver, bis sich der Angreifer schließlich in ein Tier verwandelt und sich die angestaute Angst in der Ikonografie alter Fabeln kathartisch entlädt. 

Die Teilnehmer interagieren in dieser Installation mithilfe eines Druckknopfs bzw. eines Mikrofons. Die Person, die den Angreifer spielt, kann an bestimmten Stellen durch Betätigung des Druckknopfs die Handlung vorantreiben. Die Person, die das Opfer spielt, kann durch Schreien ins Mikrophon ihren Protest zum Ausdruck bringen. 

It’s a jungle in here ergründet die Ausübung von Macht und ihren Einsatz zum Einschüchtern anderer, und zwar sowohl im wirklichen Leben wie auf dem Bildschirm. Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen unserem realen Selbst und einer Bildschirm-Persona, die es uns ermöglicht, Macht auszuüben – und zu missbrauchen. Isoliertheit und Abgehobenheit der Bildschirm-Persona werden durchbrochen durch eine Interaktion mit der Filmhandlung, die zugleich eine mit dem lebenden, atmenden Wesen ist, das neben einem sitzt. Teils Psychodrama, teils Multimediawunder, erkundet It’s a jungle in here auf konfrontative Weise die fragilen Regeln unseres öffentlichen Lebens.

Credits:
Single channel animation with stereo audio from hard-drive, custom software, electronics, plywood booth, headphones, seat.
Coding and interface electronics: Matthew Gingold
Carpentry: Don Russell
Soundtrack: Finn Robertson
Additional coding: Oliver Marriott
This project has been assisted by the Australian Government through the Australia Council, its arts funding and advisory body.