Digital Communities

Texting for Democracy

Preis: Anerkennung - Honorary Mentions



Entwicklungs-Team
Bev Clark: creative director Amanda Atwood: programme manager Upenyu Makoni-Muchemwa: information officer Elizabeth Shingerai: information product wizard Lenard Kamwendo: web page maker

Adresse (URL):
http://www.kubatana.net

Cyberarts 2012 - International Compendium Prix Ars Electronica 2012

Kubatana verwendet E-Mail, SMS und Postsendungen, um mit einem großen, diversen Netzwerk aus Einzelpersonen und Organisationen in Zimbabwe zu kommunizieren. Unser SMS-Pool umfasst mehr als 30.000 Mitglieder und ist über das ganze Land verstreut, wobei sich ein Drittel in Harare, ein Drittel in anderen Städten und ein Drittel in ländlichen Regionen befindet.

Dank dieses Netzwerkes können wir die Unmittelbarkeit und Interaktivität von SMS und mobiler Kommunikation besonders gut nutzen. Wir sehen unsere regelmäßigen SMS-Umfragen als ein Tool zur Zweiwegkommunikation, bei denen Menschen uns Feedback geben und Vorschläge machen und wodurch wir aktiv um Rückmeldung, Meinungen und Beobachtungen über aktuelle und relevante Themen bitten.

Kubatana nutzt den Massen-SMS-Dienst von Clickatell, um SMS-Botschaften an die Abonnenten zu verschicken. Die Sender-ID-Funktion von Clickatell erlaubt es uns, die Senderidentität, von der die Botschaften gesendet werden, selbst zu bestimmen. In unserem Fall ist es die Telefonnummer einer dedizierten SMS-Leitung in unserem Büro. Kubatana hat diesen Zweiweg-Feedbackkanal via SMS in der Vergangenheit mehrfach genutzt: um Meinungen und Informationen zu „crowdsourcen“ und damit ein verlässlicheres Bild von lokalen und nationalen Ereignissen zu erhalten.

Zum Beispiel haben wir im Februar 2011 einen Anruf von einem vertrauenswürdigen Mitglied der Zivilgesellschaft bekommen, der von Gewalt im Zentrum von Harare berichtete. Wir versendeten eine Textbotschaft an unsere Abonnenten, in der wir sie von dieser Beobachtung informierten, sie zur Vorsicht mahnten und sie baten, ihre eigenen Beobachtungen zu berichten. Wir erhielten über 200 Antworten. Einige Abonnenten hielten sich gerade im Stadtzentrum auf, und manche berichteten von Gewalt in Harare, aber auch in anderen Orten. Dieses Feedback ermöglichte es uns, uns ein Bild von der Lage zu machen und auf unserem Community-Blog darüber zu berichten.

Am Beginn des Jahres 2012 traten in Harare und anderen Städten vermehrt Fälle von Typhus auf, und zwar in einem für Zimbabwe untypischen Ausmaß. Wir verschickten eine SMS an unsere Mitglieder und fragten sie, ob Typhus auch ihre Community betraf und was die Regierung ihrer Meinung nach unternehmen sollte. Wir erhielten ungefähr 200 Rückmeldungen. Wir verwendeten dann die Online-Mapping-Funktion von ArcGIS, um diese Kommentare zu verorten, die sich rund um Harare konzentrierten, aber auch auf andere Orte verteilt waren.

Kubatana hofft, durch die verstärkte Verwendung von Mapping- und Datenvisualisierungstechniken Informationen besser teilen und das Gefühl für Gemeinschaft innerhalb unserer Abonnenten weiter stärken zu können. Unserer Erfahrung nach sind die Ausdrucksmöglichkeiten für Menschen in Zimbabwe beschränkt und daher schätzen sie die Zweiwegkommunikation, die Kubatana auf seiner Plattform via E-Mail, SMS und anderen neuen und traditionellen Medien ermöglicht.