Hybrid Art

People Staring at Computers

Preis: Anerkennung - Honorary Mentions



KünstlerInnen:
Kyle McDonald (US)

Adresse (URL):
https://www.nytimes.com/2011/07/20/nyregion/at-2-apple-stores-creating-art-via-webcam-secretly.html?_r=1, http://www.bbc.co.uk/news/technology-14080438, http://thefactoryfactory.com/wordpress/?p=831, http://gizmodo.com/5818243/what-people-look-like-when-theyre-using-the-computer, http://www.techdirt.com/articles/20110707/23055015003/secret-service-descends-artist-mildly-creepy-public-photography.shtml, http://mashable.com/2011/07/07/secret-service-apple-store-art-2/, http://fffff.at/people-staring-at-computers/, http://vimeo.com/groups/openframeworks/videos/25958231

Cyberarts 2012 - International Compendium Prix Ars Electronica 2012

People Staring at Computers begann als kleine fotografische Intervention zur Erforschung computervermittelter Interaktion und artete zu einer großen Kooperation mit der Firma Apple und dem US-Geheimdienst in Sachen Datenschutz und Überwachung aus. Die Arbeit ging aus einem „Sousveillance“-Projekt hervor, das den leeren Gesichtsausdruck von Menschen beim Umgang mit dem Computer dokumentieren sollte. Um diesen Ausdruck besser festhalten und mit anderen teilen zu können, wurden ahnungslose Kunden in zwei New Yorker Apple Stores porträtiert. Von Hand wurde auf einigen Dutzend Computern ein paar Tage lang eine eigens dafür geschriebene Software installiert, die jede Minute ein Bild schoss und es an einen zentralen Server schickte, um es online auszustellen. Am letzten Tag wurden die Fotos zugleich auf allen Computern des jeweiligen Apple Stores ausgestellt, in dem sie aufgenommen worden waren. 

Zwei Tage nach der Ausstellung in den Apple Stores führten Geheimdienstleute eine Hausdurchsuchung durch und beschlagnahmten die gesamte für die Arbeit verwendete Hardware. Apple sandte Unterlassungsaufforderungen an alle Netzanbieter, die die Arbeit hosteten. Diese Kooperation beflügelte eine bereits in Gang befindliche Auseinandersetzung und hauchte der Arbeit neues Leben ein. Hunderte Kommentatoren im gesamten Netz beteiligten sich plötzlich daran. Sie diskutierten nicht nur über die Legalität des Werks, sondern auch darüber, was Kunst ist, schieden den öffentlichen vom privaten Raum und stritten über die Rolle der Überwachung in unserem Alltag. Aus einer fotografischen Intervention wurde eine Art Online-Happening. 

Da die Fotografien selbst zu möglichen Unterlassungsaufforderungen durch Apple führen könnten, wird die Arbeit nun gemeinsam mit David Pierce fortgeführt, der die Bilder als Aquarelle umsetzt.

Credits: