Hybrid Art

The Body is a Big Place

Preis: Anerkennung - Honorary Mentions



KünstlerInnen:
Peta Clancy (AU), Helen Pynor (AU)

Adresse (URL):
http://www.thebodyisabigplace.com

Cyberarts 2012 - International Compendium Prix Ars Electronica 2012

The Body is a Big Place untersucht die Organtransplantation und die verschwommenen Grenzen zwischen Leben und Tod, die zeigen, dass das Sterben kein punktuelles Ereignis, sondern ein sich in die Länge ziehender Prozess ist. Das Biokunstwerk ist eine großräumige immersive Installation mit einer fünfkanaligen Videoprojektion, einer bioskulpturalen funktionstüchtigen Perfusionsapparatur für isolierte Herzen, einer auf- und abschwellenden Wasser-Klanglandschaft und einer einkanaligen Videoarbeit. 

Die Installation vollzog bestimmte grundlegende Aspekte einer menschlichen Herzverpflanzung nach. Im Verlauf der Ausstellung waren zwei Performances angesetzt, bei denen mithilfe der Perfusionsapparatur zwei frische Schweineherzen zum Schlagen gebracht wurden. Das geschah nicht aus Sensationslust, sondern weil die Künstlerinnen bei den Betrachtern Empathiereaktionen auslösen wollten. Durch Aktivierung ihrer Körperempfindungen sollte die Identifikation mit den schlagenden Herzen verstärkt und der Bezug zum eigenen Körperinneren vertieft werden.  Die Arbeit war nur durch das Engagement der Melbourner Transplantations-Community möglich, deren Mitglieder auch in den Unterwasser-Videosequenzen auftraten. Es sind Menschen, die als Organempfänger, Organspender oder Personen, die Organempfängern oder posthumen Spendern nahe stehen, extreme Erfahrungen gemacht haben. 

Der Titel bezieht sich auf den Umstand, dass Körperteile im Zuge des Transplantationsprozesses oft große geografische, zeitliche und interpersonelle Distanzen überbrücken können. Das Projekt war mit Risiken und Ungewissheiten behaftet, welche die mit Organtransplantationen einhergehenden Unsicherheiten widerspiegelten. Kooperative intra- wie interdisziplinäre Forschungsanstrengungen von Medienkünstlern und Biowissenschaftlern waren ein prägendes Moment, wie die ganze Arbeit überhaupt erst durch die Großzügigkeit und den Vertrauensvorschuss aller Beteiligten entstehen konnte. 

Credits:
Installation - Sound: Gail Priest www.gailpriest.net; Collaborating Cardiac Physiologists: Professor John Headrick and Dr Jason Peart, Heart Foundation Research Centre, Griffith University, Australia; Curator: Bec Dean, Co-Director, Performance Space, Sydney. Underwater footage - Director of Photography: Rob Hunter; Videographer: Pete West; Editor: Peter Barton; Colourist: Trish Cahill; Stills: Chris Hamilton. Pig hearts performance documentation - Videographer & Editor: Sam James; Sound: Gail Priest; Stills: Geordie Cargill.
Supported by the Australia Council for the Arts; Performance Space; SymbioticA, University of Western Australia; Leonardo Electronic Almanac; Besen Family Foundation; The Editors; Faculty of Art, Design & Architecture, Monash University; Sydney College of the Arts, The University of Sydney; Arts NSW; National Association of the Visual Arts; The Alfred Hospital; Transplant Australia–Victoria branch.