Digital Musics & Sound Art

Crystal Sounds of a Synchrotron

Preis: Goldene Nica - Golden Nica



KünstlerInnen:
Jo Thomas (GB)

Adresse (URL):
http://soundcloud.com/jo-thomas/sets/crystal-excerpt-jo-thomas/

Cyberarts 2012 - International Compendium Prix Ars Electronica 2012

Crystal dauert 38 Minuten und wurde für 5.1 DVD und als Download konzipiert und komponiert, um auf den faszinierenden Sound der Synchrotronstrahlungsquelle Diamond Light Source aufmerksam zu machen.

Die Klangarbeit Crystal wurde direkt aus den Frequenzen komponiert, die der Elektronenspeicherring, ein Teilchenbeschleuniger, generiert. Auch binaurale Tonaufnahmen von Plätzen in der Experimentierhalle, dem Speicherring und den Beamlines von Diamond Light Source wurden für das Stück verwendet. Die Arbeit an der Komposition hat meine Fantasie von Anfang an beflügelt; meine Ambition war es, ein Stück von einer gewissen Länge zu komponieren, das sowohl das gesamte tatsächliche Spektrum des Raums als auch den metaphorischen Gehalt der Klänge reflektiert. Das Diamond Synchroton ist ein riesiges multispektrales Environment, in dem eine Kakophonie von Klängen von Maschinen erzeugt wird, die zischend reinen Stickstoff entweichen lassen, Luft aus Vakuumkammern pumpen und Hochenergie-Magneten kühlen. Die Klänge wiederholen sich nie. Die Anlage ist weitläufig, kreisförmig und hat einen extremen Nachhall. Darin vibrieren komplexe Töne aus den elektromagnetischen und mechanischen Schnittstellen, die den Elektronenstrahl erzeugen, der nahezu Lichtgeschwindigkeit erreicht. Der physische Raum des Synchrotrons scheint menschliche Intelligenz, Konzentration und die Fähigkeit, über die derzeitigen Möglichkeiten hinauszudenken, in sich zu bündeln. Er ist hell, futuristisch und mit nichts zuvor Gesehenem vergleichbar.

Die Klänge, die in dieser Arbeit zu hören sind, stammen von Elektronen, die in bestimmten Intervallen in den Partikelbeschleuniger injiziert werden. Diese Injektionen erfolgen alle zehn Minuten. Sie sind vorhersagbar und gleichsam allgegenwärtig. Ihr Klang ist körnig und trocken. Ich habe den Mikrotonalitäten in den Strömen der Elektroneninjektionen zugehört, wie sie nuancierte Mikromelodien entwickeln, die kommen und gehen – Atominjektionen nicht unähnlich. Am Ende des Stücks sind die Injektionen zur Gänze zu hören. Auch eine Auswahl binauraler Feldaufnahmen von Positionen im Synchrotron-Bereich wurden für die Arbeit verwendet.

Positionsklänge von Elektronenstrahlen, kompiliert von Jo Thomas und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Guenter Rhem.

Credits: